Die furchtbaren Fünf

Die furchtbaren Fünf (Farhad Manjoo, New York Times), die Reiter der Apokalypse (Andrew Keen, “How to fix the future”)… unter solch wenig schmeichelhaften Oberbegriffen werden Amazon, Apple, Facebook, Google (und Microsoft) geführt. Aber warum eigentlich?

Das Problem ist nicht nur ihre marktbeherrschende Position, sondern vor allem die Ausnutzung derselben. In der Kritik stehen die Tech-Titanen unter anderem wegen Verletzungen des Kartellrechts, Steuervermeidung, Markt- und Datenmissbrauch, unmenschlichen Arbeitsbedingungen usw. usf.  Mein Bauchgefühl vermittelt mir zu allen das Gleiche: Es kann nicht richtig sein, dass einzelne Firmen so viel Macht haben. Macht, die Innovation, Konkurrenz und Wettbewerb unterbindet und die Mensch und Umwelt mit Füßen tritt.

Manchen Menschen ist das tatsächlich egal, andere schätzen den Nutzen, den sie persönlich aus dem Angebot der Firmen ziehen, höher als den Schaden, den andere durch die Politik derselben erfahren, wieder andere empfinden sich als machtlos. Zu den ersten beiden Standpunkten muss sich jeder selbst positionieren. Aber machtlos sind wir als Verbraucher nicht. Nur unglaublich bequem. Diese Bequemlichkeit aber ist viel mehr als nur reine Bequemlichkeit. Sie ist das stumme Einverständnis mit den Praktiken dieser Firmen. Jeder weitere Mausklick auf Amazon, Facebook und Google, jede weitere Benutzung von Apple- und Microsoft-Produkten signalisiert: Es macht mir nichts aus, dass ihr eure Mitarbeiter schlecht behandelt, Daten oder den Markt missbraucht, Steuerzahlungen vermeidet oder gegen das Kartellrecht verstoßt. Wenn Ihnen das tatsächlich egal ist, können Sie weitermachen wie bisher (aber dann hätten Sie diesen Beitrag vermutlich nicht bis hierher gelesen). Wenn Sie nicht damit einverstanden sind, dass diese Firmen unter anderem in Ihrem Namen genau diese Verbrechen begehen, dann zeigen Sie es! Boykottieren Sie Amazon! Boykottieren Sie Facebook! Boykottieren Sie Google! Boykottieren Sie Apple! Boykottieren Sie PayPal! Boykottieren Sie Microsoft! Sie meinen, es macht keinen Unterschied, ob Sie diese Firmen unterstützen oder nicht? Es macht nicht nur einen, es macht zig Unterschiede! Erstens: Sie werden aktiv! Es ist nebensächlich, was wir alles nicht tun können, solange wir noch nicht getan haben, was wir können! Zweitens: Sie übernehmen damit Verantwortung – Verantwortung, vor der die Tech-Titanen sich drücken. Drittens: Sie handeln damit moralisch. Viertens: Indem sie eine unmoralische Handlung durch eine moralische ablösen, verbessern sie die Welt. So einfach ist das. Das ist ihre Macht. Nutzen Sie sie!