Kann man vom Sofa aus die Welt retten?

Ein zugegebenermaßen nicht mehr ganz aktueller Artikel über den Sinn und Unsinn von Online-Petitionen endet mit dem resignativen Satz “Von der Couch aus lässt sich die Welt nicht retten”.

Natürlich bin ich der Meinung, dass man das so nicht stehen lassen kann. Mir geht’s hier gar nicht darum, ein Plädoyer für oder gegen die Wirksamkeit von Online-Petitionen zu halten. Mir geht’s darum, zu zeigen, dass Empörung und Widerstand nicht auf medienwirksame Auftritte in der Öffentlichkeit beschränkt sein müssen. Jeder kann etwas tun und jeder kann jetzt damit anfangen. Um auf meine vorherigen Beiträge zurückzukommen: Der Boykott bzw. Wechsel von Anbietern, sei es von Produkten oder Dienstleistungen, lässt sich im digitalen Zeitalter ganz gut vom Sofa aus durchziehen.

Wer nur eine seiner amoralischen Handlungen durch eine moralische ersetzt, macht sich zu einem etwas besseren Menschen und die Welt zu einem etwas besseren Ort. Und das geht tatsächlich auch vom Sofa aus.

Noch ein kurzer Exkurs zu Demos: Wir brauchen Menschen, die ihrer Empörung in der Öffentlichkeit Luft machen und damit signalisieren “Nicht mit mir!”. * Aber wir müssen nicht bis zur nächsten Demo warten, um etwas zu ändern.

* Ich persönlich fühle mich auf Demos immer mehr als unwohl, betrachte meine häufige Entscheidung, nicht an ihnen teilzunehmen, als inkonsequent und bin daher dankbar für jeden Teilnehmer.