Durchblick im Distro-Dschungel, Teil 1

Als Linux-Distributionen werden Betriebssysteme bezeichnet, die eine Ansammlung von Software rund um den Linux-Kernel bieten. Distributoren richten meist eigene Softwarequellen ein und bringen eigene Installer und Konfigurationswerkzeuge mit.

https://www.golem.de/specials/linux-distribution/
abgerufen am 2.6.18 um 17:17 Uhr

Spins sind alternative Versionen ein- und derselben Distribution, zugeschnitten auf unterschiedliche Benutzergruppen mit entsprechend ausgewählten Anwendungen und weiteren Anpassungen.

https://spins.fedoraproject.org/de/
abgerufen am 3.6.18 um 09:47 Uhr

Derivate sind eigenständige Distributionen, die auf anderen Distributionen basieren.

https://itsfoss.com/best-fedora-linux-distributions/
abgerufen am 3.6.18 um 10:04 Uhr

Auf der einen Seite könnte man also behaupten, es gäbe Linux-Distributionen wie Sand am Meer und tatsächlich listet DistroWatch momentan mehr als 300 Linux-Distributionen. Auf der anderen Seite sind die Mehrheit der Distributionen alternative Versionen ein- und derselben Distribution (Spins) oder Abkömmlinge von anderen Distributionen (Derivate).

Nehmen wir als Beispiel die Linux-Distribution Fedora:
Die Standard-Oberfläche von Fedora ist Gnome. Dann gibt es noch Spins mit zum Beispiel KDE, XFCE, LXQt, mate-compiz, Cinnamon, LXDE und SOAS. Von Windows kommenden Neulingen sei KDE empfohlen, von macOS kommenden Gnome. Ich persönlich finde Gnome sehr cool! Zum Glück muss man sich hier nicht festlegen – Spins können jederzeit nachinstalliert und ausprobiert werden. So. Mitgezählt? Das macht allein sieben Fedora-Spins.

Fedora 28 Desktop mit Gnome

Die Basis Distribution ist also Fedora. Dann gibt es noch Derivate, die alle auf Fedora basieren, zum Beispiel: Berry Linux, Chapeau, FX64 Linux, IGN, Korora, Viperr und Qubes OS. Derivate haben den naheliegenden Nachteil, dass sie immer hinter der Basis-Version zurückliegen: Fedora selbst gibt es mittlerweile in der 28. Version, die Derivate häufig erst in der 26., was einem Update-Rückstand von einem Jahr entspricht. So. Wieder mitgezählt? Das macht allein sieben Fedora-Derivate.
Insgesamt macht das dann schon 15 Fedora-Distributionen im weitesten Sinne. Der Vorteil davon ist: Es gibt mit Sicherheit ein Linux für jeden Geschmack. Der Nachteil: Man muss erst mal das Linux für seinen eigenen Geschmack finden. Dazu mehr im zweiten Teil von “Durchblick im Distro-Dschungel”.