Durchblick im Distro-Dschungel, Teil 2

Zum Glück ist die Problematik, aus den zahlreichen Linux-Distributionen die richtige für sich heraus zu fischen, hinlänglich bekannt. So kann man sich bei DistroChooser einen ersten Überblick darüber verschaffen, welche Linux-Distros denn überhaupt den eigenen Anforderungen gerecht werden: Der Test führt einen durch 16 Fragen, die sich auf Verwendung, Kenntnisse, Installation, Konfiguration, Distribution und Software beziehen. Außerdem bietet der Test die Möglichkeit, Fragen zu überspringen oder abschließend zu gewichten. Unabhängig von einem wie auch immer gearteten Ergebnis stelle ich nachfolgend Basis-Distributionen vor, deren Langzeit-Support mehr oder weniger sichergestellt ist, und nenne kurz die von mir als solche empfundenen Vor- und Nachteile derselben. Eine weitere Übersicht gibt es bei DistroWatch.

Noch ein Tipp vorweg: Egal für welche Distribution Sie sich interessieren/ entscheiden: Sie sollten immer bei den Internetauftritten der Distros schauen, welche Software vorinstalliert ist. Meine persönliche Überraschung war groß, als ich beim Ausprobieren von Manjaro die ganze Microsoft-Office-Palette sowie Google-Anwendungen vorfand.

  • Ubuntu ist meiner Meinung nach eine der benutzerfreundlichsten Linux-Distributionen. Dafür ist es von Windows was die Kontrolle über das System und die Nutzungsdaten betrifft aber auch nicht weit entfernt. Ubuntu sollte, wenn überhaupt, nur als vorrübergehende Lösung in Betracht gezogen werden.
  • Debian ist m.M.n. eine der stabilsten und zuverlässigsten Linux-Distributionen. Dafür sind neueste Technologien nicht immer enthalten und der Release-Zyklus ist mit ein bis drei Jahren extrem lang. Wer sich ein über Jahre stabiles und zuverlässiges Betriebssystem wünscht, das nicht immer auf dem neuesten Stand sein muss, ist hier richtig. Für alle anderen ist Debian vermutlich eher langweilig.
  • openSuse bietet m.M.n. umfassende Konfigurationsmöglichkeiten und Softwarepakete. Dafür ist es auch entsprechend ressourcenhungrig und dürfte auf weniger aktuellen Rechnern kaum Freude bereiten. openSuse sollte daher nur in Betracht gezogen werden, wenn ausreichend Rechenpower zur Verfügung steht.
  • Fedora bietet m.M.n. eine ausgewogene Mischung aus Benutzerfreundlichkeit und Systemkontrolle. Es ist zudem in hohem Maße innovativ und immer auf dem neuesten Stand – der Release-Zyklus ist 6 Monate kurz. Besonders ressourcenhungrig ist Fedora auch nicht: Es läuft auf meinem zehn Jahre alten Netbook als LXDE-Spin und auf meinem fünf Jahre alten Notebook als Standard-Gnome-Installation problemlos. Für alle, die nicht nur passiv vor dem Computer sitzen, sondern auch gerne aktiv mit ihm arbeiten, ist Fedora m.M.n. perfekt!
  • Arch Linux, Slackware und LFS sind die nächsten Stufen der Benutzersouveränität: Der Blick auf die eigentlichen Vorgänge im System wird bei Arch Linux und Slackware nicht mehr durch grafische Benutzeroberflächen getrübt.
    Mit LFS (Linux from Scratch) wird die Möglichkeit geboten, ein Linux-Betriebssystem aus den Quelltexten zu erstellen und dabei seinen persönlichen Anforderungen anzupassen.

Im nächsten Beitrag beschreibe ich, wie man die Linux-Distribution Fedora installiert.