Einrichten von GNU/Linux am Beispiel von Fedora

Die GNU/Linux-Distribution Fedora mit der Desktop-Umgebung GNOME begrüßt dich nach der Anmeldung mit einem Willkommen-Fenster. Hier kannst du Sprach-, Texteingabe-, Internetverbindung- und Datenschutz-Einstellungen vornehmen und ggf. Online-Konten einrichten. Nach Abschluss der Grundeinstellungen erhältst du eine kleine Einführung (“Erste Schritte”) in GNOME.

Goldene Regel für den Umgang mit Linux: Das Terminal ist der direkteste und unmissverständlichste Weg, mit dem System zu kommunizieren. Und es beißt nicht.

Bevor ich beschreibe, wie man die Oberfläche etwas zugänglicher macht, aktualisiere dein System wie folgt: Klicke oben links auf Aktivitäten, dann im erscheinenden Menü auf das Neun-Punkte-Icon Anwendungen anzeigen -> Hilfsprogramme -> Terminal. Dort gibst sudo dnf update ein und drückst Enter. (Eingaben im Terminal werden immer mit Enter ausgeführt, der Einfachheit halber wird das im folgenden nicht mehr erwähnt.) sudo ist die Kurzform von “super user do” und verleiht dir für einen Befehl Administratorrechte. dnf ist der Software-Paket-Manager von Fedora und update aktualisiert diesen. Bestätige mit deinem Passwort (von dem aus Sicherheitsgründen nicht einmal die Zeichenlänge ausgegeben wird) .

Bestätige mit j und los geht’s. Quittiert wird das Ganze vom System mit einem “Fertig.”. Mache das am besten zur täglichen Routine: Computer einschalten, updaten. Denn das aktuelleste GNU/Linux  ist das sicherste. Wenn du das Terminal schon mal geöffnet hast, kannst du gleich noch zwei Sachen machen, die gleich bzw. später nützlich werden. Für die Einbindung der GNOME-Erweiterungen zur Anpassung der Benutzeroberfläche und des entsprechenden Repository’s (Verzeichnisses) in den Browser Firefox kannst du die GNOME-Shell mit sudo dnf install chrome-gnome-shell gefolgt von  ggf. deinem Passwort und j installieren. Wenn du längere Zeit Administratorrechte im Terminal benötigst, bietet es sich an, als super user zu arbeiten, damit du nicht wiederholt dein Passwort eingeben musst. Dafür vergib als erstes ein Passwort für das automatisch angelegte Benutzerkonto “root” mit sudo passwd root. Gib dein Passwort und dann das gewünschte Root-Passwort zwei Mal ein. Ab jetzt kannst du dich im Terminal mit su (super user) und dem Root-Passwort anmelden und ungestört durch wiederholte Passwortabfragen arbeiten. Verlasse den su-Modus mit exit. Danach kannst du das Terminal wieder schließen.

Jetzt zur Oberfläche, mit deren Anpassung man Stunden verbringen kann, aber dank GNOME-Optimierung nicht muss: Öffne über Aktivitäten und die Einkaufstasche (Software) den App-Shop. Die abgefragte Einbindung von Drittanbieter-Apps erweitert die Palette um einige Anwendungen, die allerdings nicht immer dem FLOSS-Konzept (free/libre and open source) von GNU/Linux entsprechen. Gib dann im Suchfeld tweak ein und dir wird die GNOME-Optimierung vorgeschlagen. Wähle diese aus und installiere sie. Öffne jetzt Firefox, suche in den Add-ons nach “gnome” und installiere die GNOME Shell-Integration. In dem Bereich der Leiste, in dem Ihre Add-on-Icons erscheinen, gibt es jetzt das GNOME-Logo (eine Tatze).

Über einen Klick darauf gelangst du zu den Gnome-Extensions. Eine dieser extensions, “dash to dock”, bietet dir die Möglichkeit, Anwendungen für den Schnellzugriff auf eine Leiste zu legen. Gib im Suchfeld “dash to dock” ein, klicke es an und schiebe den Regler auf  “On”. Bestätige die Installation und schon sollte dir die Oberfläche etwas vertrauter vorkommen. Du kannst Anwendungen vom Dash (der Leiste mit den Anwendungen) über die rechte Maustaste entfernen und aus der Anwendungsübersicht (das Neun-Punkte-Icon) ebenfalls über die rechte Maustaste hinzufügen. Einstellungen an der eben installierten und weiteren Erweiterungen nehmen Sie über die Anwendung “Optimierungen” vor.

Die (De-)Installation von Software gelingt am einfachsten über den App-Shop (Software). Dort z.B. “thunderbird” ins Suchfeld eingeben, die entsprechende Software auswählen und über den entsprechenden Button installieren. Zum deinstallieren den Vorgang bis zur Software-Auswahl wiederholen und über den entsprechenden Button entfernen. Nicht jede Software lässt diesen komfortablen Umgang zu. Nehmen wir an, du wolltet den vorinstallierten Videoplayer entfernen. Wenn du in der Anwendungsübersicht mit der rechten Maustaste darauf klickst und “Details anzeigen” auswählst, wird die Anwendung zwar im Shop gezeigt, der Entfernen-Button fehlt allerdings. Immerhin erfahrst du hier, dass der ominöse Player “totem” heißt. Also ab zum Terminal! Dort sudo dnf remove totem eingeben und das Ganze mit deinem Passwort und j bestätigen. Schon ist der Player Geschichte. Umgekehrt kannst du so Software installieren, deren Installation über den Shop Probleme bereitet. Für die integrierte Entwicklungsumgebung qt Creator geht das beispielsweise mit sudo dnf install qt-creator.

Die Wayland-Display-Architektur macht derzeit zumindest mit Nvidia-Grafikkarten gerne noch Probleme. Dem kann man (bis zur Behebung) geschickt aus dem Weg gehen, indem man bei der Anmeldung auf das Zahnrädchen links neben Anmeldung klickt und “GNOME unter Xorg” auswählt. Dann läuft der Desktop im X11-Modus.

Damit wäre die grundlegende Einrichtung von Fedora abgeschlossen.