Kern der Kritik

Toller Titel. Lässt er doch vermuten, ich hätte das Problem allumfassend erkannt und analysiert. Vielleicht lässt er sogar hoffen, ich hätte es gelöst. Und weil ich so ein Genie bin auch noch im Alleingang.

Statt dessen arbeite ich mich auch mit diesem Beitrag und in dieser Kategorie weiter an einem Themenkomplex ab, um den meine Gedanken kreisen wie Planeten um die Sonne: meistens in Sicht-, aber niemals in Reichweite.

Dabei hätte alles so einfach sein können: Firmen wie Amazon, Apple, Facebook, Google, Microsoft und dergleichen sind scheiße. Und weil das so ist, müssen wir sie boykottieren. Problem gelöst. Oder?

Gegen etwas zu sein, ist tatsächlich schon mal ganz nett. Man kann sich und alles was einen ankotzt hervorragend an einem pauschalen Dagegen! abarbeiten. Dazu braucht es zunächst nicht viel mehr, als ein instinktives, zähnefletschendes Grollen wogegen auch immer. Mein Gefühl sagt mir überzeugend „So nicht, nicht mit mir!”. Was soll es also, dass meine Ratio nicht viel dazu beitragen kann! Dagegen! Gegen Google! Gegen Amazon! Usw. usf. Weil die halt scheiße sind! Basta! Geiles Gefühl. Wäre da nicht …

„Was ist denn so schlimm an Google?” Man, wie ich diese Frage hasse! Legt sie doch den Finger genau auf die wunde Stelle meiner ganzen Empörung. Denn ich bin empört! Ich bin zutiefst empört! Ich bin zu Recht empört! Aber das ist alles wenig wert, wenn ich nicht argumentieren kann, warum. Das Problem nämlich ist mit einem Boykott der global Player aus Silicon Valley nicht nur nicht gelöst, es ist noch nicht einmal erkannt. Stellt sich also die Frage: Was ist denn nun der Kern der Kritik?