Vor die Hunde

Wir gehen bei der “Smartifizierung des Seins” (çapulcu) vor die Hunde.

Mit “wir” meine ich:

    • uns als “Einzelwesen in unserer jeweiligen Besonderheit” (Duden), also als Individuen
    • uns, die wir “zusammen unter bestimmten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen leben” (Duden), also als Gesellschaft
    • uns als “Lebewesen mit der Fähigkeit zur sittlichen Entscheidung” (Duden), also als Mitmenschen

Mit “Smartifizierung” meine ich:

    • das Vordringen smarter Geräte in jeden Bereich unseres Lebens
    • die Vermessung unseres Verhaltens in jedem Bereich unseres Lebens
    • die Steuerung unseres Verhaltens in jedem Bereich unseres Lebens, also die digitalisierte Fremdbestimmung

Was sind smarte Geräte?

Der Begriff “SmartPhone” wurde nachweislich das erste Mal von AT&T verwendet. Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern bezeichnete damit 1990 ein programmierbares Festnetztelefon (Popular Science, November 1990). Smarte Geräte sind ihrer Entwicklung nach also Geräte mit computerähnlichen Eigenschaften.

Heute werden unter dem Begriff smarte Geräte alle elektronischen Geräte zusammengefasst, die durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet sind:

    • Verbindung mit einem Netzwerk (oder einem anderen Gerät, z.B. Fitnesstracker in Verbindung mit einem Smartphone)
    • Funktionsweise, die weitgehend interaktiv und autonom ist

Populäre Beispiele sind smarte Lautsprecher und Kühlschränke aus dem Bereich des smart Home, selbstfahrende Autos (smart cars) und natürlich Smartphones.

Menschen, die solche Geräte benutzen, werden gemeinhin als Nutzer*in oder User*in bezeichnet.

Aber sind wir in dem Zusammenhang nicht mehr Benutzte als Nutzende, mehr fremdbestimmt als selbstbestimmt? Und welche Auswirkungen hat das auf uns? Gehen wir dabei wirklich vor die Hunde?