LineageOS: kein Google, keine Bloatware und jede Menge Features

Da lacht der Android: LineageOS ist ein freies und quelloffenes Betriebssystem für Smartphones und Tablets, das zwar auf Googles Android basiert, aber frei von Google und Bloatware ist. (Als Bloatware werden Anwendungen bezeichnet, die von Geräte-Herstellern vorinstalliert werden. Weil sie oft redundante Funktionen liefern und die  Software nur unnötig „aufblähen”, sind sie bei Nutzern nicht gern gesehen.)

Darüber hinaus enthält LineageOS eine Menge einzigartiger Features:

    • Systemprofile ermöglichen die (De-)Aktivierung allgemeiner Einstellungen abhängig vom gewählten Profil. Die standardmäßig zur Auswahl stehenden Profile „Fahrzeug”, „Lautlos” und „Standard” können konfiguriert werden, zusätzlich können weitere Profile angelegt werden.
    • Die Symbole der Statusleiste können wahlweise ein- oder ausgeblendet werden und im Fall der Uhr auch positioniert werden.
    • Für die Schnelleinstellungen stellt LineageOS  über 20(!) Kacheln zur Verfügung, u.a. die schon erwähnten Systemprofile.
    • Die Schaltflächen der Navigationsleiste können neu angeordnet und um zwei weitere Tasten ergänzt werden.
    • Die Hardwaretasten (Ein/Aus, Kamera und Lautstärketasten) können ebenfalls konfiguriert werden.
    • Notfallbenachrichtigungen können aktiviert und konfiguriert werden.
    • Das LiveDisplay optimiert den Bildschirm basierend auf Tageszeit und Umgebung und macht eine Blaulichtfilter-App überflüssig. Die Farbtemperatur für Tag und Nacht kann angepasst werden.
    • Das Bildschirm-Design kann wahlweise hell oder dunkel sein oder sich der Tageszeit oder einem Hintergrundbild anpassen. Weitere Anpassungsmöglichkeiten sind z.B. die „Akzentfarbe” und „Dunkler Modus”.
    • Die Funktion „Erweiterter Desktop ermöglicht das Ausblenden von Status- und/ oder Navigationsleistefestzulegen für einzelne Apps festzulegen.
    • Das umfangreiche Trust Interface soll dabei helfen, Einstellungen verstehen und ggf.  ändern zu können, die Sicherheit und Privatsphäre betreffen. Standardmäßig verhindert es z.B., dass neu installierte Apps auf persönliche Daten zugreifen können.

Das sind „nur” 10 einer Vielzahl von Features, die einen zwar schon dazu verleiten können, Stunden mit den Einstellungsmöglichkeiten zuzubringen, aber in vielen Fällen durchaus sinnvoll sind. Auch nett: Bei LineageOS wird in den App-Einstellungen der Paketname angezeigt. Erstens erkennt man so gleich, aus „welchem Stall” eine App kommt. Zweitens hat man den Paketnamen griffbereit, wenn man hartnäckige Apps mittels adb deinstallieren will.

Einziger Wermutstropfen: Ein Upgrade von einer Lineage-Version auf die nächste ist nicht über den Updater möglich. Will man die neueste Version haben (LineageOS 16 entspricht Android 9), muss man diese nach einem Backup seiner Daten neu installieren. Sorgfältig erstellte HowTos machen es einem aber leicht.