Wahlkrampf

Am 26. Mai ist es wieder so weit: Wir dürfen uns dem erhebenden Gefühl hingeben, mit dem Setzen eines Kreuzchens die Europapolitik entscheidend mitbestimmen zu können. 2014 hatten wir ja offensichtlich unter anderem dafür gestimmt, Menschen in Seenot künftig ertrinken zu lassen.
Damit wir uns um die Wahl nicht betrogen fühlen, harren gleich 41 Parteien unserer Stimmabgabe. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man, dass es eigentlich nur eine Handvoll verschiedener Gruppierungen ist: Rechte, Linke, Schutzbeauftragte, Erleuchtete, Verblendete… Zur Einigung sind sie entweder nicht fähig oder nicht willens. Weshalb wir dann auch die Wahl haben zwischen 41 statt 10 Parteien.
Irgendwie ist mir das zu blöd. Auch deshalb, weil es immer nur darum zu gehen scheint, zu polarisieren, zu trennen und natürlich zu töten: Grenzen, Mauern, Waffen, Armeen …
Das Thema Bildung spielt bei den meisten Parteien kaum eine Rolle. Aber warum uns auch zum handeln befähigen? Es reicht ja völlig, wenn wir uns gesellschaftskonform verhalten.
So weit von der politikverdrossenen Seite.