Wenn es ohne nicht geht – Google im beruflichen Kontext

Nicht immer kommt ihr um die Nutzung von Anwendungen und Diensten von Google herum. Gerade im beruflichen Umfeld werden häufig Termine mit Google Calendar abgestimmt, Dokumente mit Google Docs gemeinsam bearbeitet und Materialien nach Google Drive hochgeladen, um nur drei Beispiele zu nennen. Das ist ärgerlich, solange man aber Vor- und Umsicht walten lässt kein Beinbruch. Denn mit einigen wenigen Schritten kann man Google die Verknüpfung von privaten und beruflichen Daten schon enorm erschweren. Hier geht es vor allem um die IP-Adresse und das Google-Konto.

Die IP-Adresse wird Geräten zugewiesen, die an ein Netzwerk angebunden sind, also vor allem PCs und Smartphones, aber z.B. auch eBook-Readern. Sie identifiziert und lokalisiert euch so zuverlässig wie euer Name und eure Anschrift auf einem Brief. Am besten wäre es, wenn ihr Privates und Beruf – und damit meine ich vor allem den Gebrauch von PC und Smartphone – strikt trennen könntet. Das heißt: Ihr habt Geräte, die ihr nur privat nutzt und Geräte, die ihr nur beruflich nutzt. Das gleiche gilt für eure E-Mail-Adressen: Ihr habt eine E-Mail-Adresse, die ihr privat nutzt und eine E-Mail-Adresse, die ihr beruflich nutzt. Am besten ruft ihr diese nicht direkt über das Internet, ein sogenanntes Webfrontend, ab, sondern über einen E-Mail-Client wie z.B.. Thunderbird. Leider ist die strikte Trennung von Privat und Beruf in Zeiten von 24/7 etwas aus der Mode gekommen. Dann bleibt euch noch die Möglichkeit, ein Vitual Private Network (VPN) zu nutzen.

Exkurs VPN: Nutzt einen vertrauenswürdigen VPN-Anbieter, z.B. Mullvad VPN. Vertrauenswürdige Anbieter werden mit Geld bezahlt, nicht mit Daten, haben also keine Tracker und benötigen keine persönlichen Daten. Sie sind selten bis gar nicht im Google Play Store zu finden.

Ein Google-Konto wird benötigt, um einen Google Kalender, ein Google Dokument oder einen Google Drive Cloud-Speicher (und andere Google-Dienste) erstellen zu können. Leider wird es in den meisten Fällen (eine Ausnahme ist Google Docs) auch benötigt, um auf einen geteilten Kalender, ein geteiltes Dokument oder einen geteilten Cloud-Speicher zuzugreifen. Das heißt, wenn ihr nicht auf Alternativen zu Google umsteigen wollt oder könnt, benötigt ihr ein Google-Konto. Am besten benutzt ihr dafür eine berufliche E-Mail-Adresse, die extra dafür eingerichtet wird und die dann fortan für das Erstellen von Google-Diensten bzw. den Zugriff darauf und nur dafür benutzt werden kann.

Exkurs Google Konto:

Niemand zwingt euch, beim Erstellen eines Google-Kontos euren echten Namen, euer echtes Geburtsdatum oder euer Geschlecht anzugeben!

Wichtige Einstellungen in eurem Google Konto:

              • Data & personalization → Activity controls → OFF
              • Data & personalization → Ad personalization → OFF
              • People & sharing → Save contact info when you interact with people → OFF
              • People & sharing → Save contacts from your signed-in devices → OFF

Weitere Möglichkeiten, Google das Geschäft mit euren Daten zu erschweren sind Add-Ons für den Webbrowser, allen voran NoScript, und natürlich Alternativen zu Google-Anwendungen und -Diensten, von denen ich einige hier liste.