Wofür man arbeitet, wenn man nicht mehr leben darf

Zugegeben: Acht Stunden den Tag, fünf Tage die Woche zu arbeiten war für mich schon vor Pandemie und Lockdown nicht die geilste Sache der Welt.
Aber damals hatte ich wenigstens einen Ausgleich: Ich konnte mich mit Freund:innen und Familie treffen, Wochenendausflüge und Reisen machen, hin und wieder ein Konzert, einen Club oder ein Restaurant besuchen.
Und jetzt? Jetzt gehe ich immer noch acht Stunden am Tag, fünf Tage in der Woche arbeiten und wofür!? Ich darf meine Freund:innen und Familie nicht sehen, ich darf nicht verreisen, ich darf nicht ausgehen.
In dem System, das den Kapitalismus am laufen hält, bin ich tatsächlich nur noch das sprichwörtliche Rädchen. Ich arbeite, um zu konsumieren, ich konsumiere, um zu arbeiten. Ende der Geschichte.

Dabei fühle ich mich so hilflos wie sich Politiker:innen fühlen müssen, die Russisch Roulette mit menschenunwürdigen Maßnahmen spielen, als seien sie nicht selbst auch davon betroffen.