Alternativen zu Amazon

Amazon ist scheiße. Nicht für den Kunden, nicht für Dich. Aber für die Menschen, die unter anderem bei Foxconn eines der Amazon-eigenen Produkte wie den eBook-Reader Kindle herstellen. Das Ding macht seinem Namen keine Ehre: Alles was es anfacht, ist den Verkauf von Amazon-eBooks, die unmenschlichen Bedingungen, unter denen bei Foxconn (aber auch bei Amazon selbst in Deutschland) gearbeitet werden muss, fallen unter den Tisch.

Amazon hat aber auch alles, hat es schnell und hat es billig. Den Preis dafür zahlt nicht der Kunde, zahlst nicht Du, sondern die Menschen, die bei Foxconn in China und bei Amazon weltweit arbeiten. weiter lesen

Gegen Werbung im Briefkasten

Während man den Einwurf unadressierter Werbung und kostenloser Zeitungen durch einen simplen Aufkleber (“Bitte keine Werbung und kostenlose Zeitungen einwerfen!”) vermeiden kann, sieht das bei adressierten Zusendungen anders aus. Die dürfen nämlich trotz Aufkleber eingeworfen werden. Selbst wer nur hin und wieder etwas online bestellt, kann unfreiwillliger Empfänger einer ganzen Flut von Katalogen und ähnlichem werden.

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Karton, Beutel oder Flasche?

Den Beitrag schreibe ich wohl vor allem für mich selbst. Wir haben – wie wahrscheinlich viele deutsche Haushalte – drei Mülleimer: gelbe Tonne, Biotonne, Restmüll und dazu noch eine Ecke für Altpapier und Glas. Über den Sinn oder Unsinn der Mülltrennung ist man sich zwar nicht einig, aber um die Trennung des Mülls soll’s hier auch gar nicht gehen. Fakt ist folgendes: Das Behältnis für den Verpackungsmüll ist etwa doppelt so groß wie die beiden anderen und doppelt so schnell voll. Und ich finde, im Gegensatz zu den anderen glotzt es mich auch noch vorwurfsvoll an. Ein oberflächlicher Blick reicht, um die Hauptverursacher dieser unschönen Fülle zu identifizieren: Tetra Paks von H-Milch und Joghurtbecher. Okay, Joghurt ist schnell im Glas gekauft, aber haltbare Milch?

Nein. Hier muss ich mich zwischen Milch in der Glasflasche, die weniger lange haltbar ist, und Milch im Tetra Pak, die lange haltbar ist, entscheiden. Milch im Tetra Pak ist leicht, im Falle von H-Milch lange haltbar, gut lagerbar und preiswert. Milch in der Glasflasche hat dafür eine bis zu 50 Mal wiederverwendbare Verpackung und ist gesünder, weil Glas keine Chemikalien an die Milch abgibt. Die persönlichen Nachteile: Wir müssten öfter einkaufen, mehr bezahlen und schwerer tragen. Und da ist sie wieder, die Bequemlichkeit! Warum hab’ ich die Welt noch nicht gerettet?  Weil ich zu faul bin! Klingt hart, ist mit Sicherheit übertrieben und trotzdem im Kern wahr. Das Geldargument nämlich lasse ich zumindest in unserem Haushalt nicht gelten. Was ich auf der einen Seite bei der Milch spare, werfe ich auf der anderen Seite ja doch zum Fenster raus. Also kaufe ich jetzt nur noch Milch in der Glasflasche? Nein. Ich bin nicht zufrieden und suche weiter. Und lande bei einer modernen Version des Milchbeutels, nämlich dem aus Ecolean: Der besteht zu 60% aus Kunststoff, zu 40% aus Kreide und soll den Verpackungsmüll im Vergleich zu Tetra Paks um bis zu zwei Drittel reduzieren. Angeboten wird die Milch im Ecolean-Beutel zum Beispiel vom Ökodorf Brodowin. Wir würden also im selben Atemzug auf Bio-Milch umsteigen. Wir müssten zwar immer noch öfter einkaufen und mehr bezahlen, aber nicht schwerer tragen. Weil wir einkaufen gehen (2 km hin, 2 km zurück), ist das schon ein Argument. Für mich persönlich klingt das nach einem guten Kompromiss. Also: Auf in den Selbstversuch! Und wehe der Mülleimer glotzt nächste Woche immer noch so vorwurfsvoll. weiter lesen

Einfach mal die Bank wechseln?

Ich bin wählerisch
Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht locker lasse, bis ich zufrieden bin. Abhängig vom Interesse und den mir gebotenen Möglichkeiten kann das beliebige Ausmaße annehmen. Jahrelang habe ich z.B. eine Linux-Distribution nach der anderen ausprobiert. Manch eine habe ich tatsächlich länger benutzt, mich weiter entwickelt und dann verworfen (z.B. Ubuntu), manche gleich verworfen (z.B. Arch Linux) und dann tatsächlich eine gefunden, die ich auch heute noch benutze (Fedora). Bei den Banken war die Vorgehensweise ähnlich.

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Foxconn

"Wenn die Produktion irgendeiner Ware auf Kosten menschlichen Lebens geht, dann sollte die Gesellschaft auf diese Ware verzichten, nicht aber auf dieses Leben." Emma Goldman

Eigentlich wollte ich heute endlich meine Meinung zu Apple schreiben. Dass ich mit meiner Recherche beim Zulieferer Foxconn angefangen habe, ist naheliegend. Dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, lässt nichts Gutes ahnen.  Denn im Gegensatz zu Amazon, Google und Facebook ist Foxconn nicht offensichtlich und trotzdem überall.

Obwohl ich ein ziemlich schlechtes Gedächtnis habe bzw. noch nicht herausgefunden habe, nach welchem verqueren Prinzip es funktioniert, gibt es Nachrichtenberichte, die mir vor meinem inneren Auge stehen, als wäre es gestern gewesen. Als Saddam Husseins Truppen 1991 die Ölfelder Kuwaits in Brand steckten war ich 11 Jahre alt. 10 Jahre später lassen al-Qaida Terroristen entführte Flugzeuge ins World Trade Center krachen. Als 2008 die Bankenkrise beginnend mit der Pleite der Lehmann Brothers Investmentbank schockwellenartig um den Globus ging war ich noch amüsiert, als 2011 die Welle der Bankenrettung folgte empört. Als es im gleichen Jahr in Fukushima zur nuklearen Katastrophe kam, war mein Weltempfinden ziemlich apokalyptisch. Worauf ich hinaus will, ist folgendes: Keine dieser Schlagzeilen hat sich wiederholt. Ganz anders mit den Berichten über Suizide bei Foxconn. weiter lesen

Warum eigentlich nicht Amazon?

Die Liste der Vorwürfe gegen Amazon ist schier endlos: Steuervermeidung, Marktmachtmissbrauch, unmenschliche Arbeitsbedingungen… Wem die Schlagzeilen nicht reichen, der kann einen zweiten Eindruck durch ausführen der Suche “Amazon Kritik” bekommen. Und wer es ganz genau wissen möchte, kann sich im Amazon-Watchblog informieren. Hier wird nicht nur über die Vorwürfe gegen, sondern auch die Stellungnahmen des Online-Versandhandels zu selbigen berichtet. Kann man alles machen, aber um es vorwegzunehmen: Spaß  macht es nicht.Ich kann und will Ihnen die Entscheidung, Ihr Amazon-Konto weiter zu nutzen oder zu löschen, nicht abnehmen. Ich kann Ihnen nur sagen, was Sie im Fall einer Löschung berücksichtigen sollten.

Bevor ich fortfahre: Überlegen Sie sich kurz, wie viel Geld Sie bei Amazon für elektronische Produkte ausgegeben haben, sei es durch Kauf, Leihe oder Streaming: eBooks, Musik, Filme, Hörbücher … Jetzt machen Sie sich bewusst, dass Sie die meisten dieser Produkte bei Löschung Ihres Kundenkontos nicht behalten können – zumindest wenn es nach Amazon geht. Jetzt denken Sie vielleicht, dass sei eher ein Argument dafür, Ihr Kundenkonto zu behalten.  Tatsächlich möchte ich Ihnen nur die Illusion nehmen, dass Sie freiwillig bei Amazon bleiben. Genau genommen kettet Amazon Sie an sich und Sie lassen es mit sich machen. Die meisten der elektronischen Produkte sind an Ihr Kundenkonto gebunden und gehen mit der Löschung desselben verloren. So verhält es sich mit vielen der Services von Amazon: Sie denken, die Möglichkeit der Expresslieferung sei ein toller Service und es wert, dafür zu bezahlen? Denken Sie, Amazon tut Ihnen damit einen Gefallen? Amazon nutzt Sie aus, schon wieder. Es geht nicht darum, dass Sie Ihr Wunschprodukt schnell verwenden können. Es geht nur darum, dass Sie es schnell haben. Denn was Sie haben, schicken Sie nachweislich seltener zurück, als dass Sie etwas stornieren, dass Sie noch nicht haben. Und Sie bezahlen auch noch dafür. Haben Sie außerdem die riesigen Ressourcen vernichtenden Fuhrparks gesehen, die nötig sind, um diesen Service anbieten zu können? weiter lesen