Selbstversuch: “Leben” ohne Smartphone

Ich stelle fest, dass die Bücher in meinen Regalen nur noch Dekoration sind und dass ich – ohne damit der Wahrheit Abbruch zu tun – etwas vergleichbares über den Kopf auf meinen Schultern sagen könnte.

Daher ist es höchste Zeit, in den No-Smarty-Selbstversuch zu gehen …

Träume

Wir Menschen sind widersprüchliche Wesen. Auf der einen Seite verhalten wir uns, als gäb‘s kein Morgen und betreiben einen unsagbaren Raubbau an der Natur und unseren Mitmenschen. Auf der anderen Seite leben wir unser Leben, als gäb‘s für uns noch tausend Morgen und wir verschieben ebenso viele Dinge in diese imaginäre Zukunft. Weder das eine, noch das andere ist wahr. Es hat die Erde lange vor uns gegeben und es wird sie womöglich auch noch lange nach uns geben. Auf ihr werden so oder so wahrscheinlich noch Generationen von Menschen leben – oder auch nur existieren, wenn wir weiter so machen. Mit uns selbst sieht es ganz anders aus. Wir sind im Vergleich zur Erde extrem kurzlebig und trotzdem verschieben wir Sachen immer wieder auf ein imaginäres, mitunter ziemlich utopisches Morgen. Haben Sie sich mal überlegt, wie zufrieden Sie mit Ihrem bisherigen Leben sind? Haben Sie etwas getan, dass die Welt vielleicht ein kleines bisschen besser machen könnte? Haben Sie Ihre Träume verwirklicht? Wissen Sie überhaupt wovon Sie träumen?

Und sollten wir nicht mit daran wirken, dass auch zukünftige Generationen von Menschen noch träumen können?

Haben oder Sein

Sie stimmen mir sicherlich zu, wenn ich behaupte, Müll ließe sich hervorragend dadurch vermeiden, dass man Sachen erst gar nicht kauft. Wenn wir also Müll vermeiden können, indem wir Sachen nicht kaufen, heißt das im Umkehrschluss, dass wir Sachen kaufen, die wir nicht brauchen. Warum tun wir das?

So viele Gründe ich jetzt hier auch nennen könnte, bin ich überzeugt davon, dass sie sich alle in einem vereinen lassen: Kompensation.
Nach Erich Fromm gibt es zwei verschiedene Existenzweisen: Haben und Sein. In der ersten wird Reichtum durch Besitz (passiv) realisiert, in der zweiten durch Leben (aktiv). Wie ich schon an anderer Stelle erwähnt habe, leben wir in den Industrieländern im Wohlstand. Unsere Nahrung, Unterkunft und Unversehrtheit sind mehr oder weniger sicher gestellt. Nachdem also unser Überleben gesichert ist, können wir uns dem Leben widmen, dem Sein. Tiefes Glück, Zufriedenheit und Erfüllung finden wir nur im Sein. Haben hingegen generiert all diese Empfindungen nur an der Oberfläche und nur vorübergehend. Warum um Himmels willen fahren wir dann so darauf ab? Zum einen fehlt den meisten von uns für’s Sein die Zeit. Die meisten von uns müssen – Wohlstand hin oder her – arbeiten. Und für die Mehrheit von uns hat das leider weder mit Sein, noch mit Leben all zu viel zu tun. Zum anderen werden wir auf’s Haben konditioniert. Durch Werbung und durch Produkte der Unterhaltungsindustrie, durch mangelnde Erziehung und Bildung.  Außerdem ist Haben eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale. Wer sich selbst nicht genug ist, muss ausgleichend haben, mehr haben, noch mehr haben. Umgekehrt gilt: Je mehr ich bin, desto weniger brauche ich. weiter lesen

Wohlstand verpflichtet

Technik erhöht also sowohl die Quantität als auch die Qualität unserer freien Zeit durch die Bereitstellung von Zeit und Ressourcen. Verpflichtet uns das nicht dazu, darüber nachzudenken, was wir über unser eigenes Wohlergehen hinaus für unsere Mitmenschen und unsere Umwelt tun können?

Andrew Keen nennt in seinem Buch “How to fix the future – staying human in the digital age” die Bereiche Regulierung, Innovation, soziale Verantwortung, Verbraucherwahl und Bildung als die Bereiche, in denen es anzupacken gilt, wenn wir die Zukunft reparieren möchten. Ein Bereich, der nicht nur jedem offensteht, sondern darüber hinaus auch die Einflussnahme auf viele der anderen Bereiche ermöglicht, ist die Verbraucherwahl. Damit möchte ich deutlich machen, dass man nicht Politiker, Genie oder Millionär sein muss, um Einfluss nehmen zu können. Es reicht aus, Bürger, Mensch und Verbraucher zu sein. Denn als Bürger, Mensch und Verbraucher haben wir die Wahl, wir müssen sie aber auch nutzen! weiter lesen

Brauchen wir Technik überhaupt?

Wenn ich frage, ob wir Technik überhaupt brauchen, muss ich vorweg schicken, was ich mit Technik meine: Ich meine damit hauptsächlich technische Ausrüstung, also technische Geräte und hier vor allem jene des täglichen Gebrauchs (zumindest in Ländern der sogenannten Ersten Welt), namentlich Computer und smarte Geräte.

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